Der Entwurf interpretiert durch Setzung eines neuen Kulturzentrums für den Stadtteil Moosach den historischen St. Martins-Platz zu einem lebendigen „Kulturquartett“. Durch Platzierung der Einrichtung als eigenständigen großen Saal entsteht ein vierteiliges Ensemble mit der bestehenden Kirche, dem Pelkovenschlösschen und dem sanierten Hacklhaus, die ihre jeweiligen Charaktere im angrenzenden Freiraum weitertragen. Diese „vier Freunde“ werden durch einen neu gestalteten, sternförmigen Platz verbunden, der als multifunktionaler Rahmen für den Alltag (Boule, Spielgarten) und große Veranstaltungen (Maifest, Märkte) als robust und flexibel erweist.
Das Konzept wahrt den dörflichen Charakter, stärkt die Aufenthaltsqualität durch abwechslungsreiche Freiräume und implementiert mittels „Schwammstadt“-Prinzip ein nachhaltiges Regenwassermanagement. Die Quartiersmitte wird so zu einem identitätsstiftenden, inklusiven und klimatauglichen Begegnungsort.
Die Ortsmitte von Markt Erkheim beschreibt den Bereich zwischen der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in direkter Lage am Gemeinschaftshaus und der Kirche Peter und Paul am Rathaus. Gebäude des öffentlichen Lebens sowie verschiedene Einkaufsmöglichkeiten sind entlang dieser Wegeachse angeordnet. Die Veranstaltungen der Gemeinde finden auf den öffentlichen Flächen statt. Vor dem Rathaus markiert eine maßvoll dimensionierte Platzfläche den zentralen Bereich. Hier befindet sich der Maibaum, ein mobiles Sitz- und Pflanzelement kann für Veranstaltungen verlagert werden, sodass ein weitläufiger offener Platz vor dem Rathausgebäude entsteht.
Der verlagerte Bach wird zum neuen Spiel- und Aufenthaltsbereich. Der aufgeweitete, flache Bachabschnitt mit Trittsteinen und einer Mittelinsel schafft mit zusätzlichen Wasserspielelementen wie Wasserspindel und Wasserstehlen ein attraktives Spielangebot.
Das neue Quartier wird als urban geprägter Wohnstandort entwickelt. Die neuen Wohnhöfe öffnen sich zum angrenzenden Landschaftsraum. Eine durchgehende Fußwegeverbindung vernetzt die einzelnen Gebäude. Mit kleineren Aufweitungen wird sie zum Ort für nachbarschaftliche Begegnungen.
Mit der Lage zwischen der vorhandene Flutmulde und der Bahn werden die Gebäude im Areal ohne Kellergeschoss geplant. Pkw-Stellplätze werden in einer zentralen Quartiersgarage entlang der Bahn angeordnet. Das neue Parkdeck dient auch als Lärmschutz und zur Energiegewinnung mit Solaranlagen und Wärmetauscher. Im Erdgeschoss neuen Gebäuderiegels befinden sich nutzbare Räume für die Bewohner wie Fahrradwerkstätten, Elektroladestationen für Fahrzeuge und vor Lagerflächen als Kellerersatzräume. Die Straße im Vorfeld des Gebäudes wird so zum Aufenthalts- und Aktionsraum für die Bewohner.